Wo bin ich hier eigentlich? Duisburg? Bochum? Essen? Die Innenstädte sind ein immer gleicher Marktplatz der immer gleichen Marken und Ketten geworden.
Wo bin ich hier eigentlich? „Das ist ganz klar Dortmund“, sagt K., als ich ihr das Foto der Innenstadt zeige. „Woran erkennst du das?“ will ich wissen. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Na, weil hier Esprit direkt neben der Mayerschen liegt.“
Der auf dem Foto gezeigte Westenhellweg ist eine der größten und beliebtesten Einkaufsmeilen Deutschlands. Die Einkaufsstraße ist so gut wie immer „schwarz vor Menschen“, weil sich hier das Angebot auf neunhundert Metern (plus vierhundert Meter anschließendem Ostenhellweg) so praktisch bündelt.
Kein Wunder also, dass jemand, der Auswahl möchte, zum Shoppingtag anreist. Auswahl? Das mit der Auswahl ist so eine Sache. Marken betreiben entweder eigene Läden (H&M), oder aber sie betreiben eigene Läden und mieten zusätzlich Verkaufsfläche in Kaufhäusern (Esprit). So findet man die meisten Marken immer und immer wieder. Um auf das Foto zurückzukommen: Weil man ein Stück Himmel erkennen kann, muss es sich wohl um eine Citymeile handeln, sonst befände man sich vielleicht auch in einer der großen Shoppingmalls, die mit preiswertem Parkplatz und garantiert unverregnetem Einkaufserlebnis den Innenstädten Konkurrenz machen.
Was man hingegen im Zentrum des Shoppinggeschehens so gut wie gar nicht mehr findet, sind handgefertigte Einzelstücke, kleine Labels, ausgefallene Sortimente. Dabei gibt es sie immer noch: Tischler, die nicht nur Treppen reparieren, sondern auch ausgefallene Möbel bauen; Goldschmiede mit außergewöhnlichen Ideen; Ladenbetreiber, die mit Liebe zum Detail ausgefallene Sortimente zusammenstellen. Diese Davids der Einkaufskultur stemmen sich gegen die City-Goliaths mit immer neuen Produktideen, individueller Auswahl und persönlicher Beratung. Sie sind die kreativen Ausreißer, die manchen Straßenzügen oder Stadtteilen ein einzigartiges Gesicht verleihen. Sie arbeiten in Hinterhöfen oder Nebenstraßen und meist braucht man eine Anfahrtsbeschreibung, um sie überhaupt zu finden.
Das Shopping-Portal „Der große Stöber“ stellt diese Helden der Einkaufskultur rund um die Ruhr vor: Handwerker-Ateliers mit eigener Designlinie, inhabergeführte Geschäfte mit individuellem Sortiment, Dienstleister mit originellen Ideen. Wer wirklich Individuelles sucht, wird am ehesten bei diesen Individualisten fündig. Wir wünschen viel Spaß dabei.





