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Kostenvoranschlach

Gestan hattichen Ealebnis der annan Aat.

Meine weltbeste Frisöhse iss ja getz auffe Meisterschule, unn ich daher frisöhrlos. Dattiss schomma en Trauma füa sich.

Zum Frisöhr MUSSE früher oda späta ja ma hin - abba dann eainnersse Dich an die diversen Fehlgriffe, die damit endeten, datte wochenlang nur mit Grausen innen Spiegel kucken konntess, unn denkss.. och nee.. geht noch... Getz ginget abba nich mehr, unn mein Heazensmann, der ebenso wie ich frisöhrlos gewoan waa, weil wer se uns geteilt ham, die Frisöhse, iss beheazt in Frankfuat in ein neuen Salong gestiefelt. Hat au alles prima geklappt, der Gatte sah gut aus, unn der Preis war für Frankfurter Verhältnisse okeh.

Ich also mutich Termin ausgemacht, unn gestern dann hin.

Ja leck mich inne Täsch! Ich sass da volle vier Stunden. Unn zwaa nich dumm rum, sondern da war immer watt los. Vorbesprechunk. Haare waschen. Vorschnitt (VORSCHNITT, sowatt gibbet!!). Dann wollt ich ma widda paa Strähnkes ham. Datt waan dann abba keine Strähnkes, sondern so ne Aat Kunstweak, unn alles ohne Ammoniak unn total gesund füre Haare. Dann Kur. Dann wuad geföhnt. Unn dann kam der TROCKENSCHNITT.

Als datt featich waa, hing mir der Magen auffe Kniekehle (meake: imma vorher essen!!) unn ich hatte Kreislauf. Toller Schnitt, tolle Strähnkes, unn tolle neue Flegeprodukte.

Ach ja.

Die Rechnunk waa au toll.

Dazu schweigich getz ma lieber. Eine Schweigeminute für all die Euronen, die da den Besitzer wechselten.

Mir iss im Moment des Zahlens abba blitzaatich klaa gewoan, warum die auffe Kundenkarteikaate, die de ausfüllen musstess, die Frage hatten, oppe gean nen Kostenvoaanschlach ham willz.

Aber datt waa schon klasse, weile datt Gefühl hattess:

So, getz gehtet ma nur um Dich.

Unn da iss jemand dran interessiat, datt Beste füa Dich rauszeholen. Klasse fand ich, datt der Frisör (se Meister himsälf) wiachlich ZUGEHÖAT, unn am Ende seine eigenen Vorgaben au eingehalten hat. Also nich: Nee, nee, wir schneiden nich zeviel ab, unn dann kuckse im Spiegel unn denkss: Huch, wer isn die fremde Frau, die Dich da ankuckt. Du hass gemeakt: Der hat Ahnunk vom Fach, weiss, watter da tut, unn iss mit Liebe beim Dschob. Ich find ja, dattiss immer schon die halbe Miete.

Dann waa gestan zufällich au no son Faabspezialist von Schwaazkopf da, damit die im Salong au bestmöchlich mitte Produkte aabeiten, unn der hat wiachlich toll beraten.

Datt waa endlich ma en Salong...

...wo ich nich eakläan musste, dattich en kühler Faabtüpp bin (watt einen eingtlich auffen easten Blick anspringt, unn wenne inne Schönheitsbrangsche aabeitess, solltesse do doppelt nen Blick dafüa ham, abba da kanne wiachlich manchma nua die Hände übbam Kopp zesamm schlahn), unn daher keine waamen Nuanxen vatrach - ich musste gaa nix sahn, die ham datt einfach von sich aus runter gerattert: Heller, kühler Naturblondton, da müssen wa im kühlen Bereich aabeiten, zack, hattich genau die richtigen Faabsträhnen untere Nase - jede einzelne von den Faaben hättich mir mit Freuden einfäaben lassen, weil se einfach genial richtich waan.

Ich waa ja nich die einzige Kundin, unn ich muss sahn: Alle sahen faabtechnisch unn vom Schnitt her absolut top aus, unn da wuad au so lange rumgemacht, bis die Kundin absolut zefrien waa.

So, nu fraachta euch, oppe wenixtens den Kaffee unnen Schlücksken Sekt füa lau kriss da.

Ja sichi! Kaffee, Cappu, Espresso, Saft, Wasser - bis zum Abwinken. Wiad inne Kalkulaziohn drin sein, denk ich.

Einklich müsste man die Rechnung ja beie Krankenkasse einreichen können. Sowat heptoch die Laune, da brauchma keine Pillen meah. Wenn dat nich funzt, bleibt noch die außagewöhnliche Belastung beier Steuererklärunk. Wäre zumindest total unauffällig, wenn son Frisöhr auchen Doktatitel trahng wüade: Sie waren gut aufgehohm bei Dr. fris. Deetleef Müller.

Ambiente unn Personal sinn übrigenz au watt füat Auge. Abba oppe da kwarzen daafss, weiss ich nich, als ich da waa, hat keiner geraucht.

 

Autorin: Li Siebers

Li Siebers ist im Ruhrgebiet geboren und aufgewachsen, aber inzwischen ausgewandert ins Hessische. Was sie mitgenommen hat, ist die Liebe zum Ruhrdialekt, in dem sie gerne schreibt. Die Texte von Li Siebers haben wir in einem Internetforum aufgestöbert. Wir freuen uns, dass die Autorin gerne bereit war, einige Beiträge auf Ruhrdeutsch für unsere Laden-Literatur-Seite zu schreiben.

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